Maori Marae

Wie ihr euch bestimmt denken könnt, hat Neuseeland landschaftlich viel zu bieten, uns interessiert aber auch der kulturelle Faktor. So haben wir uns einem vom International Office der Massey University organisierten Ausflug zu einem Maori Marae angeschlossen.
Ein Marae ist ein spirituelles Versammlungszentrum der Maoris, in dem Zeremonien, Reden oder andere kulturelle Aktivitäten abgehalten werden. Es ist meist mit sehr vielen aufwändigen Schnitzereien versehen und auch im Inneren befinden sich handgeschnitzte mannshohe Figuren.
Dort angekommen wurden wir erst einmal mit einigen Regeln vertraut gemacht. Zum Beispiel ist es nicht erlaubt, dass Haus mit Schuhen zu betreten.

Bevor man das wharenui (Haupthaus) betreten darf, findet eine Begrüßungszeremonie statt.
Wir mussten uns ca. 20 m vom Haus entfernt aufstellen. Alle Frauen mussten dabei vor den Männern stehen; als Schutzschild für die Männer…! Eine Maori sang etwas und deutete uns damit an, sich dem Haus langsam zu nähern. Im Haus selber mussten wir gegenüber den Gastgebern Platz nehmen; die Männer diesmal – wieder als Zeichen ihrer Wichtigkeit – vor den Frauen. Danach folgten Reden und Gesänge der Gastgeber und anschließend waren wir an der Reihe. Gott sei Dank übernahm diesen Part unser Guide, der selbst Maori ist, an der Universität arbeitet und dieses Marae mitgegründet hat. Leider erfolgte diese gut 45-minütige Zeremonie komplett auf Maori, sodass wir kein Wort verstehen konnten!
Danach begrüßten wir uns alle gegenseitig mit dem Hongi, bei dem man sich nicht nur die Hand reicht, sondern auch die Nasen aneinander drückt. Die Bedeutung der ganzen Zeremonie besteht darin, dass Gäste und Gastgeber eins werden. Nach einer Kaffeepause sahen wir bei den Gesangs- und Tanzproben der Maori-Gruppe zu und bekamen dabei auch unseren ersten Haka zu sehen, der traditionelle Kriegstanz ist nicht nur Furcht einflössend, sondern auch sehr männlich! Zum Abschluss hatten wir nach den zweistündigen Darbietungen noch alle zusammen Abendbrot, bevor wir wieder nach Hause gefahren wurden.

Wir können uns glücklich schätzen, dieses traditionelle Marae kennen gelernt zu haben. Maraes gibt es zwar relativ viele, aber diese sind meist sehr touristisch. Alles in allem war es ein sehr interessanter Nachmittag.

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