Last but not least

Naja, nicht alles in Deutschland ist so viel schlechter als anderswo auf der Welt. Nur fallen einem diese Dinge nach so langer Abwesenheit sofort und mit Nachdruck auf. Seit knapp drei Wochen sind wir nun wieder im Lande und haben uns auch schon wieder gut eingelebt. Da wir in den nächsten Monaten wohl wegen Lernstress, Arbeit und dem Schreiben zweier wissenschaftlicher Arbeiten nicht so viel erleben werden, ist das vorerst unser letzter Blogeintrag. Wir hoffen, euch immer gut auf dem Laufenden gehalten zu haben und unsere Erlebnisse auch so interessant wie möglich verpackt zu haben.

Cheers
Eure Germanberries (wie wir von unseren Nachbarn liebevoll getauft wurden!)

Palm Springs & Los Angeles

Gesagt, getan. Aus einem Tag wurden dann aber doch zwei Tage, da wir uns in Palm Springs – auch wegen des guten Motels – sehr wohl gefühlt haben. Hier hätte man neben Thermalbädern, daher der Name der Stadt, auch die größte rotierende Luftseilbahn der Welt besuchen können. Wir waren aber schon ein bißchen reisemüde, verständlich nach fast einem Monat on Tour, und außerdem war es recht diesig; wir hätten also eh nicht viel gesehen. Bilder gibt es von Palm Springs nicht, da wir uns die Zeit mit relaxen und shoppen in einem großen Outlet Center vertrieben haben, trotz bereits 14 kg Übergepäck… ;-)

Zwei Tage vor unserem Abflug von Los Angeles erreichten wir die riesige Metropole und fanden auch gleich ein schönes Quartier. Leider war uns das Wetter nicht mehr ganz so gewogen wie zuvor. Es hat gegossen wie aus Eimern und während Bel Air mit gewaltigen Schlammlawinen noch „gut“ bedient war, gab es im Osten der USA schlimme Blizzards. Wir wollten aber trotzdem unbedingt den Hollywood Boulevard sehen und so mussten wir unsere Regenklamotten aus dem Koffer kramen. Der Walk of Fame, das Chinese Man Theatre und das Kodak Theatre brachten uns aber nicht wirklich in Verzückung. Im Fernsehen schaut das alles so groß und glamourös aus, aber das totale Gegenteil ist eigentlich der Fall. Hier unsere bildlichen Impressionen:Aufgrund des Wetters haben wir uns auch nicht in das Stadtzentrum von LA gewagt, aus dem Auto schaut es aber so aus:Am nächsten Tag klärte es wenigstens ein bißchen auf und so entschlossen wir uns, die Queen Mary I, die im Hafen von Long Beach ihre letzte Ankerstelle gefunden hat und neben einem Museum auch ein Hotel ist, zu besichtigen.Ein gigantisches Schiff, das damals – Anfang des 20. Jahrhunderts – das Nonplusultra seiner Zeit gewesen sein muss. Heute nagt dagegen der Zahn der Zeit an dem Schiff und der Glanz vergangener Tage ist kaum noch zu erkennen. Ewig lange Gänge, eine pompöse Schiffsgalerie und eine gruselige Geisterführung durch den Maschinenraum machten es trotzdem zu einem interessanten Besuch.Da die Sonne mittlerweile ihren Weg durch die Wolken gefunden hatte, fuhren wir noch zum Griffith Park Observatory, von dem man einen Blick auf ganz LA hat.Auch das Hollywoodzeichen darf natürlich nicht fehlen.Über den Mulholland Drive ging es noch durch die Villenviertel Bel Air und Beverly Hills und vorbei am Rodeo Drive, dem Einkaufszentrum für Reiche. Die Villen sind sehenswert, wobei die der Promis mit meterhohen Mauern umgeben sind. Hier zeigt auch jeder was er hat.

Unser Fazit der insgesamt 16 Tage in den USA (inklusive Hawai’i) ist positiv. Die Menschen waren zwar weniger freundlich als in Neuseeland, aber auf jeden Fall freundlicher als in Deutschland. Richtig fette Menschen haben wir trotz der ganzen „Fressmeilen“ nicht gesehen. Die Straßen sind riesig, der Verkehr leider auch ganz schön dicht und der Sprit selbstverständlich billig. San Francisco ist wirklich eine wunderschöne Stadt und Las Vegas sowie San Diego ebenfalls einen Besuch wert. Von Los Angeles waren wir nicht übermäßig angetan, was vielleicht auch am Wetter und unserem Wunsch, endlich heim zu „dürfen“, lag.

Wir packten unsere Koffer zum allerletzten Mal und durften als allererste am Schalter wie erwartet mit der österreichischen Angestellten eines deutschen Luftfahrtkonzerns am längsten – geschlagene fünf Minuten – herum diskutieren, bis wir auch für diesen Flug unser Übergepäck ohne zusätzliche Kosten mitnehmen durften. Hier konnten wir uns also schon wieder auf die Servicewüste Deutschland einstellen… Dass dann der Flieger nur mit Kabinenmonitoren und keinem individuellen Entertainmentprogramm ausgestattet war, erleichterte uns den elfstündigen Flug nicht wirklich. Trotzdem waren wir glücklich am Dienstag, den 08.02.2010 endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen gehabt zu haben. Auch wenn – das soll hier süffisanterweise noch angemerkt sein – wir von den 15 Flügen, die wir dieses Jahr absolviert haben, in Frankfurt am mit Abstand längsten auf unsere Koffer warten mussten. In den vergangenen Wochen mussten wir uns nun schon des Öfteren mit sarkastischem Unterton anhören: Willkommen in Deutschland!

Hoover Dam & San Diego

Von Las Vegas war es nicht weit bis zum Hoover Dam, der neben einem Stromkraftwerk auch gleichzeitig die Grenze zwischen Nevada und Arizona markiert. Aus welcher Perspektive man es auch betrachtet, es ist ein immenses Bauwerk. Überzeugt euch selbst:Die im Bau befindliche Brücke trägt außerdem zur beeindruckenden Kulisse bei.Und der vom Hoover Dam aufgestaute See, Lake Mead, sticht ebenfalls ins Auge.Durch anfangs unwegsame, kalifornische Steinwüste ging es in südlicher Richtung an der Grenze zu Arizona Richtung San Diego.Die knapp 500 Meilen lange Strecke, für die wir knapp anderthalb Tage brauchten, war relativ ereignislos, wenn auch landschaftlich sehr abwechslungsreich. So kamen wir durch die angesprochene Steinwüste, vorbei an zusammen gepferchtem Rindvieh, durch riesige landwirtschaftliche Anbaugebiete und sogar durch eine gigantische Sandwüste.Wobei wir mitten in der Pampa an einem Bahnübergang für einen kilometerlangen Zug anhalten mussten. Das Bild zeigt das Ende, daher ist nur eine Lok zu sehen; Zugmaschinen waren es aber zusätzliche fünf Stück!Wie man auf den Bildern schon sehen kann, hatten wir den ganzen Roadtrip über schönstes Wetter. San Diego ist schon so eine sehr schöne Stadt, aber durch das Sonnenlicht schaut gleich alles noch viel glamouröser aus. Zuerst besuchten wir den Old Town Heritage Park. Dieses Stadtviertel gilt als Geburtsstätte von Kalifornien und ist sehr schön hergerichtet, aber im Stil von damals gehalten.Wir haben uns die alte Mission näher besehen sowie uns in den vielen kleinen Museen informiert und sind anschließend über die riesige, die ganze Bucht überspannende Coronado Bay Bridge nach Coronado Island gefahren. Von hier bietet sich ein toller Blick auf San Diegos Skyline.Beim Beachwalk sind wir auch am Coronado Hotel, das in so mancher Baywatch Folge zu sehen war, vorbei gekommen.Wieder zurück in der Innenstadt und dem Gaslamp Quarter mit seinen neuen, modernen Gebäuden haben wir noch diese schönen Shots von der sonst unspektakulären Santa Fé Railway Station gemacht.Zu guter Letzt stand der Balboa Park, San Diegos größter öffentlicher Park, auf dem Programm. Hier ist neben einigen Museen und anderen kulturellen Einrichtungen auch der für seine Züchtungen berühmte Zoo angesiedelt. Außerdem fühlt man sich aufgrund der spanischen Bauweise als befände man sich tatsächlich in Europa.In San Diego lässt es sich also sehr gut leben; auch weil es hier relativ selten regnet. Uns trieb es aber auf der 18-spurigen (!!!) Autobahn raus aus San Diego und weiter in Richtung Los Angeles. Vorher wollten wir aber dem Nobelferienort Palm Springs östlich von LA noch einen Besuch abstatten.

Las Vegas

Inmitten des Nichts der Wüste tauchte es vor uns auf: Las Vegas.Ja, was gibt es von diesem Glücksspiel- und Showparadies zu berichten? Klar ist, dass die Stadt nicht wirklich schön ist. Aber der Strip, das Herzen dieser riesigen Siedlung mitten in der Wüste, ist natürlich absolut sehenswert.Bevor wir aber all diese beindruckenden (Nach-)Bauten genauer unter die Lupe nahmen, quartierten wir uns zuerst standesgemäß ein! Wir gönnten uns den Luxus eines 5-Sterne Hotels, wobei die Zimmer bereits zu erschwinglichen Preisen angeboten werden, um die vielen Glücksspieler anzulocken. Schon von außen ist das Bellagio mit seinem riesigen See ein Augenschmaus, aber auch unser sehr geräumiges Zimmer konnte sich sehen lassen, obwohl einige Kleinigkeiten nicht ganz dem 5-Sterne Katalog entsprechen dürften.Nach kurzer Erfrischung liefen wir den Strip zumindest in die südliche Richtung ab, da die Straße sich doch ganz schön in die Länge zieht. New York New York, MGM Grand, Luxor, Excalibur und wie sie doch alle heißen sind recht schön von außen anzuschauen, aber einige Hotels könnten im Inneren eine Renovierung vertragen.Wir haben es uns aber nicht nehmen lassen, in fast jedem der Casinos den ein oder anderen Dollar zu verspielen! Da es bereits dunkel wurde, nahmen wir eine kleine Stärkung zu uns, machten uns etwas feiner für den Abend und betrachteten das Lichtermeer, das sich sofort beim Verlassen des Hotels vor uns offenbarte. Am Tag fällt das Blinken der unzähligen Lichter gar nicht so auf, aber des Nachts wird das Auge auf die Probe gestellt. Dafür sieht alles gleich noch mal etwas imposanter aus.Auch die alle halbe Stunde (ab 20 Uhr sogar viertelstündlich) aufgeführte Wassershow des Bellagios wollen wir euch nicht vorwegnehmen. Das Thema, die Musik und die Show selber variieren jedoch, so dass man des Zuschauens nicht müde wird. Wir haben einmal die Rosaroter-Panther sowie eine mit Lee Greenwoods patriotischem Song untermalte Show gesehen.Neben der Show war es interessant, wie die meisten Amis um uns herum mitgesungen haben!
Der schönste Nachbau war für uns The Venetian. Außen die Rialtobrücke sowie ein Canale Grande im Inneren, durch den man sogar relativ günstig per Gondel chauffiert werden konnte, waren sehr eindrucksvoll. Sogar einen nicht überfluteten und taubenfreien Markusplatz gibt es!Zurück im Bellagio beschäftigten wir uns noch ein paar Stunden mit dem, mit was man sich in Las Vegas eben v.a. die Zeit vertreibt: Glückspiel. Black Jack, einarmige Banditen und noch so einige andere Apparate waren vor uns nicht sicher. Leider konnten wir nicht wie erhofft unsere gesamten Ausgaben in diesem Jahr wieder hereinholen! Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht und wir haben ja nicht nur verloren!Am nächsten Morgen kamen wir noch an den berühmt, berüchtigten Wedding Chapels vorbei, die aber sehr unspektakulär waren.Las Vegas war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und man kann hier aufgrund der vielen Shows und Casinos garantiert einige ereignisreiche Tage verbringen. Nur sollte man dann einen prall gefüllten Geldbeutel mitbringen!