Tranz Coastal, Christchurch & Tranz Alpine

In Picton hatten wir anderthalb Stunden Aufenthalt, bevor es mit dem nächsten Zug in die mit knapp 400.000 Einwohnern größte Stadt der Südinsel ging. Wir haben auch prompt eine tolle Bäckerei gefunden, in der es die leckersten Sandwiches seit fünf Monaten gab! Der Tranz Coastal fuhr anschließend den Großteil der knapp 5-stündigen Reise an der Küste entlang und somit bekamen wir u.a. eine Vielzahl von Seehunden zu sehen. Außerdem ist die Landschaft auf der Südinsel anders als auf der Nordinsel.In Christchurch hatten wir uns in ein Hostel umgebautes Gefängnis eingemietet, in dem bis 1999 noch die wahren Gangster schlafen mussten! Unserer Zelle war nur mit einem Bett und einem TV ausgestattet, dafür konnte man sich mit diesem die kostenlos an der Rezeption ausleihbaren DVDs anschauen. Definitiv eine stylische und billige Unterkunft.Die „Garden City“ ist im Sommer bestimmt eine Augenweide, aber im Spätherbst blühen im botanischen Garten leider nicht mehr so viele Blumen. Wir haben aber den steilen Auf- und Abstieg auf den Turm der schmucken Kathedrale auf uns genommen, von dem man eine gute Aussicht hat.Beim Shoppen entdeckten wir noch eine lustige Weltkarte.
Der Tranz Alpine, der durch die Ausläufer der Southern Alps bis an die Westküste führt, hat definitiv die beste Aussicht zu bieten. Schneebedeckte Gipfel, Raureif auf den Bäumen – das ist hier eine echte Attraktion! – und Neuseelands größten See, Lake Brunner. Und wir hatten Glück und Topwetter. Lange konnte man sich allerdings auf der Außenplattform nicht aufhalten, da es eisig kalt war. Von der größten Siedlung der Westküste – Greymouth – gibt es nicht viel zu berichten, da es nur ein kleines, ehemaliges Goldgräber- und nun Kohledörfchen ist! Schaut euch lieber diese ansehnlichen Bilder an:Zurück in Christchurch genehmigten wir uns noch ein Dinner sowie ein paar Bierchen, bevor es spätabends mit dem Flieger nach Hause ging. Es war mal wieder ein toller Trip auf dem uns die Landschaft Neuseeland ein ums andere Mal fasziniert hat.

Overlander, Wellington & Interislander

Nach knapp einer Woche Verschnaufpause traten wir am frühen Samstagmorgen einen weiteren Trip durch Neuseeland an. Diesmal verzichteten wir aber auf’s Auto und nahmen den Zug, die Fähre und den Flieger. Mit dem Overlander ging es von Auckland nach Wellington, mit dem Interinslander von Wellington nach Picton, mit dem TranzCoastal von Picton nach Christchurch, mit dem TranzAlpine von Christchurch nach Greymouth und zurück und anschließend mit dem Flieger wieder nach Auckland. Nachdem wir alle drei Langstreckenzugverbindungen Neuseelands genutzt haben, können wir jetzt endlich auch sagen, bereits auf der Südinsel gewesen zu sein!

Aber Schritt für Schritt: Der Overlander fuhr schon um 7.30 Uhr im stylischen Bahnhof Aucklands los, was den Nachteil hatte, dass wir mal wieder um 6 Uhr aufstehen mussten.Unsere Plätze waren dafür sehr bequem, aus den Panoramafenstern hatte man gute Sicht und wir saßen glücklicherweise im letzten Wagen, der eine kleine Sitzecke hatte. Der Zug hatte zwar eine Aussichtsplattform von der man Bilder ohne Spiegelung machen konnte, aber wir waren einerseits zu faul, die ganze Zeit durch den Zug zu laufen und außerdem wehte draußen ein eiskalter Wind. Also nicht wundern, wenn von der Zugfahrt selbst nur wenige bzw. verspiegelte Fotos zu sehen sind! Die Landschaft ist einfach wunderbar und schön anzuschauen, v.a. weil sie so vielfältig ist. Trotzdem ist man nach spätestens vier Stunden müde, unaufhörlich aus dem Fenster zu starren.
Nach geschlagenen 12 Stunden sind wir dann endlich in der Hauptstadt Neuseelands angekommen und wurden prompt per Feuerwerk begrüßt. OK, um ehrlich zu sein, es war natürlich nicht für uns: Direkt neben der Bahnstation von Wellington liegt die Rugby-Arena und da spielten gerade die All Blacks gegen Frankreich. Und just in dem Moment, wo wir in den Bahnhof einfuhren, gab es das Eröffnungsfeuerwerk. Nachdem wir unsere Unterkunft dann schnell gefunden hatten, ließen wir den Abend ruhig ausklingen.
Wir hatten im Gegensatz zu Tokio keine Pläne geschmiedet, was wir anschauen wollen und so sind wir am nächsten Morgen einfach am Hafen entlang, durch den Civic Square in die Innenstadt Wellingtons geschlendert.Nach einem stärkenden Frühstück besuchten wir zuerst die Old St. Paul’s Cathedral – definitiv die schönste Holzkirche, die wir je gesehen haben – und anschließend das Parlament, in dem wir an einer interessanten Führung teilnahmen.Anschließend fuhren wir mit dem berühmten Cable Car und bekamen oben angekommen dieses schöne Postkartenfoto Wellingtons:Danach besuchten wir noch das interaktive Nationalmuseum Neuseelands Te Papa, in dem es u.a. den weltweit größten ausgestellten Tintenfisch zu bestaunen gibt.Außerdem hat man von der Dachterrasse einen super Blick auf die Stadt, die unserer Meinung nach ein bißchen moderner und aufgemöbelter ist als Auckland.Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein kolossales und sehr leckeres Chateaubriand.
Moderate Bedingungen für die Fährüberfahrt wurden am nächsten Morgen am Hafen ausgerufen. Leider stimmte das nur für den zweiten Teil! Der Seegang in der Cook Strait war so rau, dass zumindest Patrick sich nicht soo wohl fühlte. Der Malborough Sound dagegen empfing uns mit schönstem Wetter und so konnten wir einige atemberaubende Momente auf Zelluloid festhalten, bevor wir in das kleine Dörfchen Picton einliefen.

Yokohama & Tokio – Tsukiji/Shinjuku

Der nächste Tag begann wieder so früh, da wir auf den Tokyo Wholesale Market im Stadtteil Tsukiji wollten. Da es mittlerweile leider nicht mehr möglich ist, als Tourist an der Thunfischauktion früh um halb 6 teilzunehmen, mussten wir nicht ganz so früh aufstehen. Trotzdem gab es sehr viel zu sehen. Frischen Fisch in unglaublicher Vielfalt und Farbenpracht, riesengroße Muscheln, Krebse, usw., aber natürlich auch frisches Gemüse.Wir hatten aber Glück und sind bei unserem Walk über das Gelände noch an zwei großen Thunfischen vorbeigekommen.Wir haben auf jeden Fall viele Eindrücke bekommen, wobei man sagen muss, dass die Geschäftigkeit, die auf dem Markt herrscht, ein Erlebnis für sich ist!

Anschließend ging es mit der U-Bahn ins benachbarte Yokohama, das die zweitgrößte Stadt Japans, aber eigentlich mit Tokio verwachsen ist. Hier gab es den 296 Meter hohen Landmark Tower und einen Vergnügungspark direkt am Wasser, der eines der größten Riesenräder der Welt mit der großen Cosmo Clock beinhaltet, zu sehen.Der internationale Hafen ist ebenfalls schön anzuschauen, auch wenn man an der einen oder anderen Ecke sieht, dass dessen Blütezeit schon etwas zurückliegt. Um genau zu sein, exakt 150 Jahre. Für die großen Feierlichkeiten zum Jubiläum waren wir – wie hätte es anders sein sollen – ca. eine Woche zu spät…Im sich dem Hafen anschließenden Chinatown haben wir uns noch einen kurzen Snack gegönnt, bevor wir nach kurzem Shopping zurück nach Shinjuku gedüst sind. Da wir solch ein Chinatown schon in Hong Kong gesehen haben, hat uns dieses nicht sonderlich vom Hocker gehauen. Trotzdem war dieses verhältnismäßig ordentlich!In Shinjuku haben wir erneut das Tokyo Metropolitan Government Building erklommen, um Tokyos Lichtermeer diesmal des Nachts aus der Vogelperspektive zu bestaunen.Zum Abschluss waren wir nochmals hervorragendes Sushi essen und haben dabei unsere letzten Yen nahezu komplett ausgegeben; wir hatten schon Angst, dass wir am nächsten Tag aus Geldmangel nicht mehr zum Flughafen kommen würden! =))

Nachdem wir am letzten Morgen nochmals ausgiebig gefrühstückt und unsere Sachen gepackt hatten, stand noch der größte und – unserem Reiseführer nach – schönste Park Tokios auf dem Plan: Shinjuku Gyoen. Und es war tatsächlich eine Oase im geschäftigen Tokio, in dem wir unsere letzten Stunden in dieser großen Metropole verbracht haben.Resümierend ist zu sagen, dass der „Urlaub“ ein echtes Erlebnis war und sich vollends gelohnt hat. Tokio ist eine Stadt, die man auf jeden Fall gesehen haben sollte und aufgrund seiner Vielfalt auch in keinster Weise langweilig. Das öffentliche Transportsystem war definitiv das, was uns am meisten beeindruckt hat. Selbst zu den Stoßzeiten kann man es problemlos in den vielen Bahnen aushalten; wohl auch weil die Züge vieler Linien im zwei Minuten Abstand fahren. Man sollte sich aber unbedingt an den markierten Stellen anstellen, da Drängeln hier absolut untersagt ist. Und ja, die meisten Japaner haben definitiv das besagte „Pokerface“, das des Öfteren von einem Mundschutz verschleiert wird! Würde man einem Japaner außerdem das Handy wegnehmen, wäre er/sie ihrem Lebenselixier beraubt! Unglaublich auch, auf welche manchmal skurrile Weise die Telefone verziert sind und was alles an ihnen baumelt.
Ein riesengroßer Vorteil ist, die japanische Sprache zu beherrschen, da man selbst mit Englisch nicht weit kommt. Englisch wird zwar in der Schule gelehrt, aber es wird mehr Wert auf die Grammatik als auf die Aussprache und Kommunikation gelegt. So kann es helfen, Zettel und Stift dabei zu haben, um das gewünschte aufzuschreiben.
Wir haben Tokio genossen und würden definitiv noch mal hinfliegen; dann aber ohne Hardcore-Sightseeing!