Tongariro Crossing

Waren wir das vorherige Wochenende bis ganz in den Norden gefahren, ging es diesmal Richtung Süden in den National Park, Weltkulturerbe und einen der Hauptdrehorte für Herr der Ringe. Vorher schauten wir aber kurz in Hamilton, einer kleinen aber schnieken Stadt mitten in der Pampa 100 km südlich von Auckland und im Surferparadies Raglan vorbei. Wir waren aber nicht zum Surfen gekommen, sondern wollten nur den ewig breiten Strand sowie die hohen Wellen begutachten. Die Wetterbedingungen waren aber sehr widrig und so waren nicht viele Surfer zu sehen.
Der Höhepunkt dieses Tages befand sich mit dem Brautschleierwasserfall (welch' Name!) ganz in der Nähe. Aus 55 Metern stürzt er sich in die Tiefe und wird unten zu einem kleinen, reißenden Bach.Nach dem Abstieg über einen gut ausgebauten Weg bot sich auch ein toller Frontalblick.Im Anschluss fuhren wir noch die gut 200 km ins National Park Village, bezogen unsere Unterkunft, nahmen ein heißes Spa und legten uns früh schlafen, da der Shuttle zum Wanderparkplatz am nächsten Tag schon um 7 Uhr abfahren sollte.

Zur Erklärung: Der Tongariro Crossing ist einer der schönsten alpinen Wanderpfade Neuseelands und führt durch unglaublich abwechslungsreiche Landschaft. Man kann den 19,4 km langen Track über einen aktiven Vulkan, bei dem man knapp 800 Höhenmeter überwindet, noch verlängern, indem man den Mount Ngauruhoe aka ‚Schicksalsberg‘ aus Herr der Ringe und/oder den Mount Tongariro erklimmt. Allerdings war uns das Wetter dafür anfangs nicht so gesonnen; wenigstens hat es nicht geregnet, aber die Winde am Gipfel haben unsere Standfestigkeit doch ganz schön getestet! Hier unsere Wanderkarte und wir am Start des Tracks:Die ersten 5 km ging es fast nur über gut angelegte Wege, was zwar die Wanderlust etwas trübte, aber aufgrund der über 25.000 Wanderer jährlich notwendig ist, um die Flora und Fauna zu schützen.Dieser Abschnitt war noch recht moderat und so erreichten wir knapp eine Stunde nachdem uns der Shuttle um 7.30 Uhr am Beginn des Tracks rausgeschmissen hatte, das Ende des ersten Abschnitts. Die folgenden 2,5 km hatten es aber ganz schön in sich und brachten uns nicht nur ins Schwitzen, sondern durch die starken Winde auch an unser Limit. Leider waren die Berge wolkenverhangen und die Sicht betrug mitunter nur knapp 20 Meter (das Bild ist schon einen Schritt weiter auf einem Plateau, wer den 'steilen Anstieg' vermissen sollte!).So gibt es leider auch keine Bilder vom Schicksalsberg! Kaum hatten wir aber den höchsten Punkt des Tracks erreicht, verflüchtigten sich die Wolken und wir bekamen die blauen/blaugrünen Emerald Lakes zu sehen:Weiter ging es durch die Vulkanlandschaft sowie den großen Krater.Noch mal umgedreht und nun lag fast die ganze Berglandschaft wolkenfrei. Und dieser Anblick ist wohl schwer zu toppen!Wie eine Schlange schlängelt sich der „Weg“ am Kraterhang hinunter. Schaut alles sehr klein und einfach aus? Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man am Gipfel sowie auch auf dem Weg sehr viele (kleine) Wanderer; nur um mal eine Vorstellung von der Größenordnung zu bekommen!Hier der Red Crater noch etwas näher:Nach einer kleinen Brotzeit und Verschnaufpause machten wir uns an den 11 km langen Abstieg, bei dem sich uns dieser Anblick bot:Außerdem war der Wechsel der Vegetation während der gesamten Wanderung sehr faszinierend. Waren wir anfangs noch über üppig bewachsene Felder und später über Vulkanlandschaft mit relativ wenig Pflanzenwuchs gelaufen, so gingen die letzten drei Kilometer durch dicht bewachsenen Wald! Nach knapp sechs Stunden kamen wir dann endlich geschafft, aber glücklich am Ziel an. Auch wenn es sehr anstrengend war und uns jetzt, zwei Tage später immer noch alles weh tut, war es eine tolle Wanderung mit wiedermal tollen Landschaften. Diese Zeichnung ist zwar nicht von uns, wir finden sie aber recht lustig und sie trifft auch den Kern!Letztes Wochenende sind wir noch in Sommerklamotten und Flip Flops am Strand herum getollt und dieses waren wir froh, unsere Handschuhe und Mützen mitgenommen zu haben; sowas geht wahrscheinlich nur in Neuseeland!

Cape Reinga & Bay of Islands

Puuh, zwar sind wir nun schon zehn Monate im schönen Neuseeland, aber auf der Nordinsel haben wir wegen Arbeits- und Studienstress tatsächlich einige Ecken noch nicht gesehen. Da die Zeit langsam knapp wird, stehen die nächsten Wochenenden noch einige Trips an. So ging es letzten Samstag knapp 400 km in den Norden zum Cape Reinga, Neuseelands nordwestlichsten Punkt. Wir bekamen auf der knapp fünfstündigen Fahrt wieder wunderschöne Landschaft mit vielen Rindern und Schafen zu sehen. Am Cape Reinga gibt es eigentlich nichts weiter zu sehen, doch stellt es trotzdem eine Touristenattraktion dar. Das liegt nicht nur an den angrenzenden Riesendünen – dazu gleich mehr, sondern auch am Beginn des sogenannten 90 Miles Beach. Außerdem verlassen hier nach dem Glauben der Maori alle Toten Neuseeland, um ins sagenhafte Hawaiki, dem mythischen Herkunftslands der Polynesier, zurück zukehren. Auch das Aufeinandertreffen des Pazifischen und des Atlantischen Ozeans ist ein faszinierendes Naturschauspiel, welches durch die unterschiedlichen Blautöne der beiden Meere wirklich gut zu sehen ist.Hier noch der Blick auf den schönen Leuchtturm des Kaps:Die erwähnten Sanddünen stellen einen unglaublichen Kontrast zur ganzen angrenzenden Landschaft dar. Kaum waren wir um die letzte Kurve gebogen, baute sich eine majestätische Sandwand vor uns auf. Wir kamen uns vor wie in der Wüste! Sand wohin das Auge blickte, in der Ferne das tiefblaue Meer und hinter uns die grüne, neuseeländische Flora und Fauna. Welch‘ Anblick!Durch den extrem steilen Abhang kann man hier auch sehr gut Sandboarden. Da uns der Aufstieg aber schon ganz schön schwer fiel, ließen wir das lieber bleiben! ;-)Weiter ging es ins knapp 150 km südöstlich gelegene Pahia. Pahia ist DER Mittelpunkt der Bay of Islands und erfreut sich in den Sommermonaten großer Beliebtheit bei Touristen und neuseeländischen Urlaubern. Viele kleine Inseln, wunderschöne Sandstrände und unbegrenzte Wassersportmöglichkeiten; hier findet jeder eine Aktivität. Da es mittlerweile schon Abend war und wir vom Tag geschafft waren, suchten wir uns nur noch eine urige Unterkunft.

Der nächste Tag war genauso schön wie der vorige, nur hatten wir aufgrund des monsunartigen Regens in Auckland die ganze Woche vorher keine Badeklamotten eingepackt. So blieb uns gar nichts anderes übrig, als die Bay of Islands mit dem Auto und zu Fuß anstatt beispielsweise per Segelboot zu erkunden. Hier ein Blick von Pahias Promenade:Wir besuchten außerdem noch den Ort Waitangi, in dem 1840 der für Neuseeland wichtige Vertrag zwischen Vertretern Großbritanniens und Maori-Häuptlingen zur Gründung Neuseelands geschlossen wurde. Anschließend nahmen wir die knapp dreiminütige Autofähre auf die Halbinsel Russell, auf der neben dem gleichnamigen Dörfchen auch Okiato, Neuseelands erste Haupt“stadt“ liegt. Russell selbst ist ein kleines verschlafenes Örtchen, in dem noch viele Häuser aus der Kolonialzeit stehen. Das Duke of Malborough Hotel im zweiten Bild war außerdem die erste Bar Neuseelands, die eine offizielle Schanklizenz erhielt.