Highway No 1

Von den Twin Peaks ging es auf den legendär schönen Highway Number 1. Die Straße führt durch verschiedene Vegetationszonen und vorbei an beeindruckender Landschaft; selbst wenn man ein Jahr Neuseeland hinter sich hat! ;-) Erst ging es an flachen Küstenabschnitten vorbei, bevor sich die Straße Berge hoch und wieder hinunter schlängelte. Die Küste hat man dabei aber nie aus dem Blick verloren. Zu berichten gibt es nicht allzu viel, daher hier sofort die Bilder:Kurz bevor wir in San Simeon unser erstes Nachtquartier aufschlugen, kamen wir an einer Seeelefantenkolonie vorbei. Massenweise lagen die Tiere dort am Strand und da erst vor kurzem Nachwuchs geboren wurde, bekamen wir auch zu sehen, wie die „Säuglinge“ gestillt werden:Alles in allem auf jeden Fall ein beeindruckender Anblick und ein Höllenlärm! Sehr imposante Erscheinungen:Nach San Simeon war unser nächster Halt im Nobelwohnort Santa Barbara, der außerdem ein beliebtes Touristenziel ist. Das Städtchen kann seinen spanisch-mexikanischen Einfluss und die Vergangenheit als alter Missionsstandort nicht leugnen. Viele Finca-artige Häuser in freundlichen Farbtönen und verschiedenste Kirchen sowie die palmenumsäumte Promenade verleihen der Stadt ein tolles Flair.Allerdings ist der Ort auch ziemlich überlaufen und viele Obdachlose, v.a. an der erwähnten Strandpromenade, verzerren das Bild. Drum genehmigten wir uns nur ein kurzes Mittagessen und machten uns an den Ausläufern von Los Angeles vorbei auf den Weg nach Las Vegas.
Das Autofahren in USA ist überhaupt sehr angenehm. Die Autobahnen sind mindestens vierspurig, wobei beide Richtungen ein gut 15 Meter breiter Mittelstreifen trennt. Außerdem geht es kilometerlang kerzengeradeaus und da der Tempomat einem auch noch das Gas geben abnimmt, kann man sich in aller Ruhe die Landschaft zu Gemüte führen.Des Öfteren konnten wir lustige Straßenschildchen entdecken, aber der Name dieser Ausfahrt war mit Abstand das beste:Außerdem stehen vor jeder größeren Ausfahrt Hinweisschilder auf diverse Fastfood-Restaurants und mehrere Tankstellen. Wie fünf Tankstellen bei einem Preisunterschied von manchmal 20 Cent pro Liter direkt nebeneinander bestehen können, ist uns aber etwas schleierhaft.In der Kleinstadt Barstow fanden wir bei Einbruch der Dämmerung ein Motel, bevor es am nächsten Morgen noch 150 Meilen über die Grenze nach Nevada in die Bling-Bling-Stadt Las Vegas ging.

Golden Gate, Alcatraz und Seelöwen

Nach knapp fünf Stunden Flug kamen wir um halb sechs Uhr morgens am San Francisco International Airport an. Unser vorbestellter Shuttle wartete bereits auf uns und so waren wir bereits um halb sieben im ebenfalls im Voraus gebuchten und zentral gelegenen Hotel. Trotz der frühen Morgenstunden konnten wir einchecken und noch ein kleines Nickerchen halten, bevor es auf Sightseeing-Tour ging.
San Francisco ist eine wunderschöne Stadt, die alt und neu und verschiedene Kulturen mustergültig unter einen Hut bringt. Rund um den Union Square, San Frans zentralen Platz, gibt es viele kleine Gässchen, in denen sich wieder rum viele Galerien und Cafés befinden.Nach kurzer Orientierung entschlossen wir uns für eine Hop-on/Hop-off Stadtrundfahrt, die uns aufgrund zweitägiger Gültigkeit und diverser Stopps auch super als Transportmittel diente. Viele solch gut in Schuss gehaltene viktorianische Häuser machen die Stadt zu einem echten Schmuckstück:Und von den aus der Fernsehserie „Full House“ bekannten Six Sisters hat man einen tollen Blick auf die Stadt.Absolut schönstes Gebäude ist aber das Rathaus, das mit der Oper und einigen anderen Verwaltungsgebäuden in einem allgemein schönen und herausgeputzten Viertel liegt.Auch der Golden Gate Park, der flächenmäßig größte Stadtpark der USA (noch vor New Yorks Central Park), mit einem großen Gewächshaus, dem Museum für Naturkunde, einem Kunstmuseum, einem japanischem Teegarten und vielen Sport- sowie Teichanlagen lassen sich sehen.Leider wird das Bild von sehr vielen Obdachlosen, die wohl dort hausen, getrübt. Wahrzeichen der Stadt ist bekannterweise die Golden Gate Bridge und wir hatten das Glück, sie an beiden Tagen nicht nebelverhangen betrachten und überqueren zu dürfen.Fisherman’s Wharf mit direktem Blick auf Alcatraz war unsere nächste Anlaufstelle.Am Pier 39 lassen sich Seelöwen in Hülle und Fülle bestaunen. Wir hätten in Neuseeland also nicht erst unbedingt eine zweistündige Wanderung auf uns nehmen müssen; hier lagen sie direkt vor unserer Nase inmitten der Stadt!Weiter betrachteten wir eine Sammlung von alten Booten, bevor es am frühen Abend auf nach Alcatraz ging. Schon aus der Ferne ist die ehemalige Gefängnisinsel eine imposante Erscheinung.Die von uns gebuchte Nachttour bot einige spezielle Attraktionen im Vergleich zur „normalen“ Tagestour. So umfuhren wir z.B. die Insel erst komplett mit dem Schiff, was uns bereits einen tollen Gesamteindruck verschaffte.Am Anleger begrüßten uns neben dem einzigen noch erhalten Wachturm, ein Schild, das mit Spuren der Besetzung durch die amerikanischen Ureinwohner von 1969 bis 1971 aufwartet.Nachdem uns ein Guide bis zum Eingang des ehemaligen Gefängnistraktes geführt und nebenbei ein paar interessante Geschichten erzählt hatte, bekamen wir einen Audioguide und durften das Gelände auf eigene Faust erkunden. Da es auf Alcatraz kein fließendes Wasser gab und gibt, hat man kurzerhand einen imposanten Wasserturm gebaut.Das Beeindruckendste war aber natürlich der Gefängnistrakt selber. Unvorstellbar, in welch kleinen Verschlägen die Verurteilten hausen mussten und v.a. dass es so viele Zellen gab.Bei dem Fluchtversuch, der später mit Clint Eastwood verfilmt wurde (Flucht von Alcatraz), hatten drei Gefangene ihre Betten so präpariert, dass es aussah als würden sie ruhig und friedlich schlafen. Sie hatten aber die Öffnung der Lüftungsschlitze soweit vergrößert, dass sie die Zelle durch den Lüftungsschacht ungesehen verlassen konnten. Diese Zellen sind original hergerichtet worden.Hier noch der Leuchtturm der Insel, der die ganze Bay of San Francisco ausleuchten kann.Besonderes Highlight ist die Nähe zur Stadt bzw. allgemein zum Ufer. Da wir uns gleich am Anfang von allen Touristen, die genau der Wegbeschreibung des Audioguides gefolgt sind, abgesetzt hatten, bekamen wir die Skyline von San Fran bei Dämmerung und Nacht zu sehen und außerdem dieses tolle Sonnenuntergangsfoto der Golden Gate Bridge.Durchgefroren wieder an Land angekommen, ging es fast bis vor unser Hotel mit der berühmten Tram die steilen Straßenzüge hinauf und hinab (ja, die Bilder sind noch bei Tageslicht, da wir abends keine Lust mehr auf Fotographieren hatten!).Am nächsten Morgen statteten wir Chinatown und dem Finanzdistrikt mit der Transamerica Pyramid, mit 260 Metern San Francisco höchstem Wolkenkratzer, noch einen Besuch ab, bevor wir unser bestelltes Mietauto abholten.Und das war ein Schiff! Wir hatten zwar wegen unseres Gepäcks ein etwas größeres Auto bestellt, aber letztendlich haben wir nochmals ein ordentliches, kostenfreies Upgrade bekommen. Mit einem sehr komfortablen Chevrolet Impala, der natürlich mit gehörig Power unter der Haube ausgestattet war, cruisten wir die nächsten neun Tage durch den Westen der USA.Bevor es auf dem Highway Number 1 Richtung Süden ging, legten wir auf den Twin Peaks einen letzten Stop in San Francisco ein und konnten noch dieses Panorama bewundern.San Francisco ist echt eine supertolle Stadt, in der man so viel machen kann, dass uns die zweieinhalb Tage natürlich nicht gereicht haben. Aber, wir werden auf jeden Fall wiederkommen!

Hawai'i

Nach einigen Abschiedsfeiern und einigen Tränen haben wir nun die Zelte in Auckland und auch in Neuseeland abgebrochen. Wir hatten eine schöne Zeit in Aotearoa, haben sehr viele Eindrücke und Freunde gewonnen und viel erlebt. Neuseeland, wir werden dich vermissen!
Obwohl Patricks Eltern schon einen halben Koffer unserer Sachen mit nach Hause genommen und wir außerdem ein 30 kg schweres Paket nach Deutschland geschickt hatten, haben wir die Koffer gerade so zu bekommen. Insgesamt standen 106 kg plus zwei Handgepäckstücke zu Buche! Somit war am Samstagmorgen unsere erste Sorge am Flughafen von Auckland für sage und schreibe 14 kg Übergewicht nicht groß zur Kasse gebeten zu werden! Aber der unschlagbare Kiwi-Service machte seinem Namen mal wieder alle Ehre und ersparte uns eine Menge Geld. Haere rá Aotearoa…
… Aloha Hawai’i hieß es acht Flugstunden später. Schwüle 24 Grad empfingen uns um 21 Uhr abends, so dass uns gleich der Schweiß von der die Stirn perlte. Der Shuttlebus war schnell ausgemacht und nach gut einer Stunde Fahrt erreichten wir unser Hotel in Waikiki. Neurenoviert erstrahlten die Zimmer in sattem Grün; wieder eine Top Wahl.Am nächsten Morgen ging es erst ein Stück am Alawai Kanal entlang und anschließend in Richtung Waikiki Beach.Waikiki Beach gehört zwar zu den berühmtesten Stränden der Welt, ist in Wahrheit aber keine Schönheit. Sehr viele Menschen drängen sich an diesem kleinen Strandabschnitt, der von riesigen (Hochhaus-)Hotelkomplexen eingerahmt ist und das Wasser ist darüber hinaus nicht besonders sauber.So hielten wir uns dort auch nicht allzu lange auf und besuchten stattdessen das Militärmuseum im angrenzenden Fort Derussy Park.Hier wird neben allgemein interessanten Kriegseinsätzen der USA vor allem die Pearl Harbour Geschichte erzählt. Abends bummelten wir entlang der Shoppingmeile von Waikiki und durch ein riesiges Luxuskaufhaus. Im Gegensatz zu uns fanden die überwiegend japanischen Touristen massenweise Mitbringsel!Danach genehmigten wir uns Dinner in einer angesagten Sushi-Bar. Leider war uns das Sushi aber zu Amerikanisch; d.h. sehr viel Mayonnaise und frittierte Rolls und Nigiri lassen den Fischgeschmack leider total in den Hintergrund treten. Lecker sah es aber zumindest aus:Am nächsten Tag stand Pearl Harbour auf dem Programm, den wir mit dem billigen Stadtbus nach knapp einer Stunde erreichten. Hier entschlossen wir uns nur das USS Arizona Memorial und nicht noch die USS Missouri – das letzte jemals gebaute Kriegsschiff der USA – und ein altes U-Boot zu besichtigen. Bereits der kleine Film, den man vor der Überfahrt zu sehen bekommt, war hoch interessant. Anschließend ging es mit dem Boot zur Gedenkstätte selbst, die direkt auf dem gesunkenen Rumpf des Kriegsschiffes USS Arizona, das damals einen Torpedovolltreffer erlitt, errichtet wurde.Nahezu alle Besatzungsmitglieder kamen bei dem Angriff ums Leben und sind teilweise noch im Schiffswrack eingeschlossen und fanden somit hier ihre letzte Ruhestätte. Einige der Überlebenden lassen sich heute noch dort mit ihren alten Kameraden „begraben“. Die Ahnentafel ist somit gleichzeitig ein großer Grabstein.Auch konnte bis heute nicht alles Öl abgepumpt werden, weshalb das Schiff eine dünne Ölschicht umgibt.Trotzdem hat sich mittlerweile ein natürliches Riff entwickelt und so schwimmen bizarrerweise viele bunte Fische rund um die Gedenkstätte.

Für die letzten zwei Tage hatten wir uns ein Auto gemietet, um bei der Erkundung der Insel flexibler zu sein. Erster Stopp war am nächsten Morgen die Hanauma Bay, ein erloschener Vulkankrater mit meeresseitiger Öffnung; daher auch der Name „gekrümmte Bucht“. Trotz horrender Eintrittspreise, um überhaupt den Strand betreten zu dürfen (!!), stellt die Bucht ein Schnorchelparadies dar. Es hat sich aufgrund dieser (bewegten) Bilder auch gelohnt:Wir haben sogar noch buntere Fische als auf den Cook Islands gesehen, auch wenn das Wasser um einiges trüber war.
Auf dem Weg entlang der Ostküste in Richtung Norden befinden sich unzählige weiße Sandstrände, an denen sich im Gegensatz zu Waikiki kaum jemand aufhält.Jurassic Park Fans wird diese Bergkette auch bekannt vorkommen.Die vielen Shrimpfarmen im Norden der Insel luden zum Mittagessen ein. Und ja, es war total lecker!Bevor wir den letzten Tag noch mit faul am Strand herumliegen verbringen konnten, galt es, nochmals ein paar Höhenmeter zu überwinden.Vom Gipfel des Diamond Head Crater, einem ehemaligen Militärgebiet sowie Vulkankrater, hat man einen super Blick auf Honolulu.Und in den Krater hinein ebenfalls:Anschließend ging es noch zur Dole Plantanation, der größten Ananasplantage der Welt.Neben einem Lernpfad über viele verschiedene Ananasarten kann man sich hier außerdem mit einer Parkeisenbahn herumkutschieren lassen, sehr hungrige Kois füttern oder sich den Weg durch den weltgrößten Irrgarten bahnen.
Wir waren danach so geschafft ;-), dass wir uns ein Ananaseis redlich verdient hatten. Auch wenn die Verkäuferin dreimal nachfragte, ob wir uns anhand der Größe dieses Eises wirklich sicher wären, waren wir standhaft. Nach gut 20 Minuten hatten wir diesen wahrhaft gewaltigen Koloss tatsächlich vertilgt und brauchten nichts anderes mehr zu essen an diesem Tag!Jetzt war endlich relaxen am Strand angesagt.Das war auch bitter nötig, da wir uns abends wegen unseres immensen Übergepäcks noch mit den Tanten von United Airlines herumschlagen mussten. Glücklicherweise drückten auch diese relativ schnell ein Auge zu. San Fran wir kommen!