Roadtrip Nordinsel

Vier Tage reichten aus, um noch unsere Studien- und sonstigen Arbeiten zu erledigen und so hatten auch wir endlich Urlaub. Jessi und Matze bescherten uns große Freude als sie am Donnerstagabend endlich aus Deutschland – mit „Umweg“ über Sydney – in Auckland ankamen. Wir zeigten ihnen in den ersten zwei Tagen nicht nur unsere Wahlheimat, sondern es gab natürlich auch viel zu erzählen.
Am Samstagmorgen ging dann endlich unser lang herbeigesehnter Roadtrip über die Nordinsel los. Die erste Station war – für uns wieder einmal! – die Coromandel Peninsula mit Cathedral Cove und Hot Water Beach. Leider schlug uns die Flut ein Schnippchen und wir konnten uns wieder keinen Hot Pool buddeln! Es wäre aber sowieso zu kalt gewesen.So schafften wir es aber sogar bereits an diesem Abend, das für seine Thermallandschaft weltberühmte Rotorua zu erreichen. Unsere erste Unterkunft lag direkt am See; von frischer Luft aber keine Spur! Der Schwefelgeruch, der wie eine Dunstglocke über der Region liegt, machte uns das Einschlafen in dieser Nacht schwer. Nach einem ausgiebigen Frühstück schauten wir uns kurz in der Innenstadt um und machten uns anschließend zum 20 km entfernten Wai-o-tapu – dem selbsternannten „Thermal Wonderland“ – auf. Hier kann man während eines knapp zweistündigen Rundgangs, Schwefelhöhlen, Schlammlöcher und verschiedenste Seen sowie Krater bewundern. Hier war der Gestank sogar noch intensiver, dafür der Park auf jeden Fall sehenswert.Danach ging es noch zu den Huka Falls, in der Nähe des Lake Taupo – Neuseelands größtem See. Die Wasserfälle sind eine schmale Schlucht, durch die der Waikato River schießt.In Taupo selbst ist im Winter nicht so viel zu erleben und so machten wir uns 200 km gen Norden auf, um unser Nachquartier bei den Waitomo Caves zu beziehen. Diese Höhlen, in denen viele Glühwürmchen an der Decke hängen und somit ein tolles Naturschauspiel darstellen, wollten wir eigentlich am nächsten Tag mit dem sog. Blackwaterrafting unsicher machen. Allerdings regnete es die ganze Nacht durch und so waren die Höhlen nahezu vollständig geflutet und dadurch nicht begehbar. Das war eine große Enttäuschung, aber dagegen konnten wir leider auch nichts machen. Da sich das Wetter die nächsten Tage nicht bessern sollte, änderten wir unseren Plan und verschoben das Skifahren um ein paar Tage. Unsere neue Route führte uns an der Westküste entlang und über den Forgotten Highway – einer schmalen Straße durch wunderschöne, unbebaute Landschaft, die dem Auenland ähnelt =) nach New Plymouth. Passend zum Auenland ging es auch durch’s Hobbit’s Hole.Auf dem Weg schauten wir uns außerdem noch die Mount Dumper Falls – mit bis zu 85 Meter die höchsten Wasserfälle auf der Nordinsel – an. Aufgrund des starken Regens, schoß sogar noch mehr Wasser als normal den Berg hinunter. Dadurch waren die Wasserfälle noch beeindruckender und wir konnten dem Wetter doch noch etwas Gutes abgewinnen.In New Plymouth mieteten wir uns in ein schönes Motel ein und ließen den Abend bei ein paar Bierchen im moteleigenen Jacuzzi ausklingen.
Der Mount Taranaki – ein teilweise noch aktiver Vulkan in nahezu perfekter Kegelform – nur wenige Fahrtminuten von New Plymouth entfernt, war am nächsten Tag unser erstes Ziel. Leider war der Berg an diesem Tag wolkenverhangen und so konnten wir keinen Blick auf ihn erhaschen. Durch eine in den Busch geschlagene Straße ging es bis zum Wanderparkplatz, bergan.Wir stellten das Auto ab und nach knapp zehnminütigem Abstieg kamen wir zu den Dawson Falls, die zwar nicht so hoch sind wie die Mount Dumper Falls, aber zu einem Fotoshoot und einigen Albereien einluden.Weiter ging es über Wanganui in Richtung National Park. Auf dem hier liegenden Mount Ruapehu – dem höchsten Berg auf der Nordinsel – war am nächsten Tag Skifahren angesagt. Nach langem Suchen fanden wir endlich eine Unterkunft: einen kleinen, gemütlichen Bungalow dem ein heißer (oh ja!) Whirlpool angeschlossen war. Dieser wärmte uns nicht nur an diesem Abend, sondern war v.a. nach dem Skifahren eine wahre Wohltat! Zum Abendessen gingen wir noch in die rustikale Dorfbar, in der wir sofort in die wöchentliche Quiznight eingebunden wurden. Unser Wissen auf regionalem Gebiet war aber natürlich nicht sooo groß und so stiegen wir nach knapp der Hälfte aus.
Die Sonne empfing uns am nächsten Morgen und bescherte uns – zuerst – schönstes Skiwetter in herrlicher Landschaft.Das Ausleihen des Equipments dauerte wegen der vielen Schulklassen ewig und so waren wir erst gegen 11 Uhr auf der Piste. Wir hatten unseren Spaß und es war ein Erlebnis, auf einem noch aktiven Vulkan Skifahren gewesen zu sein.Allerdings besteht der Schnee hierzulande zu 80 % aus Wasser und das wirkt sich natürlich unübersehbar auf die Pistenverhältnisse aus. Diese „Sulze“ war v.a. für unsere Profis nicht optimal! Auch fehlte das Hüttenfeeling und so hingen wir nach knapp fünf Stunden die Skischuhe wieder an den Nagel.Auf dem Weg nach Hause begegneten wir noch dem Skiwi:Nach Aufwärmen in unserem Pool kreierten wir unser eigenes Après-Ski und spannten bei „Herr der Ringe“ und unglaublich guter Holzofenpizza ab.
In Palmerston North machten wir am nächsten Tag kurz am Hauptcampus der Massey University halt; ansonsten gab es auf der Fahrt nach Wellington wieder mal „nur“ Weideland mit unzähligen Schafen und Rindern zu sehen.In Wellington fanden wir relativ schnell ein schönes und gut gelegenes Hotel, indem wir die nächsten zwei Nächte verbringen sollten. Wir waren alle von der Fahrt und den Eindrücken geschafft und so ging es erst am nächsten Morgen mit dem Sightseeing weiter. Auf dem Programm standen neben dem Cable Car und dem Parlament (s.o.) außerdem der botanische Garten und Te Papa. Der Wettergott war uns gut gesonnen und so konnten wir noch ein paar Schnappschüsse machen.Um unseren gemeinsamen Roadtrip gebührend zu beenden, genehmigten wir uns in der Mac’s Brewery – eine von Neuseelands größten Brauereien – noch so einige Bierchen. Bilder können aus denkbaren Gründen keine veröffentlicht werden! ;-)
Jessi und Matze lieferten wir am darauffolgenden Morgen an der Interislander-Fähre ab, die sie auf die Südinsel brachte. Das schöne Wetter mussten wir beide nutzen und so erklommen wir den Mount Victoria, von dem man diesen schönen Blick auf Neuseelands Hauptstadt hat:Anschließend traten wir den 750 km langen Heimweg nach Auckland an. Über das Art Déco Städtchen Napier ging es an der Ostküste entlang und durch die Berge gen „Heimat“.

Familienbesuch

Am ersten August war es soweit: wir konnten unseren ersten Besuch in Neuseeland begrüßen. Bei typischen neuseeländischen „Winterwetterverhältnissen“ (Regen!) holten wir Patricks Eltern und seine Schwester Laura mittags vom Flughafen ab und quartierten sie bei uns im Gästezimmer ein. Nach einer kurzen Family-Reunion und einer Führung durch die Massey University tat der Jetlag sein übriges und die drei fielen geschafft ins Bett! Am nächsten Tag machten wir eine Wanderung entlang unseres Hausstrandes Long Beach und zeigten ihnen anschließend die Tölpel-Kolonie in Muriwai (s.o.).Bevor sie uns am nächsten Morgen per Flieger gen Wellington schon wieder verließen, waren wir noch im angeblich besten Restaurant auf der North Shore essen. Der Chef hatte nicht zu viel versprochen; das Essen war nicht nur ein Gaumen-, sondern auch ein Augenschmaus.
Nach 9-tägigem Wellington- und Südinseltrip war uns der Wettergott an den nächsten Tagen etwas besser gesonnen und wir konnten eine Tour durch den Shakespear Regional Park machen. Seit unserem letzten Besuch hatte sich hier einiges getan und aus der Ferne waren auf den Wiesen viele kleine weiße Fleckchen zu erkennen. Beim Näherkommen stellten diese sich als viele und sooooooo süße Lämmchen heraus!Den SkyTower, den höchsten Turm auf der südlichen Halbkugel, hatten auch wir beide uns extra aufgehoben. Es lohnt sich, den Besuch des Towers mit einem Essen im sich stündlich um 360 Grad drehenden Restaurant zu verbinden und so hatten wir in weiser Voraussicht einen Platz reserviert. Wir hatten einen super Blick auf die Stadt und auch das Essen und der Service waren sehr gut. Leider hatten wir kein Stativ dabei und auch das Personal war bei der Bedienung unserer SLR überfordert und somit ist dieses Bild das einzige, einigermaßen herzeigbare.Unser letzter gemeinsamer Ausflug führte uns noch auf die Coromandel Peninsula (s.o.). Zuerst fuhren wir zu einer Töpferei in Coromandel Town, die v.a. für ihre privatbetriebene Schmalspurbahn bekannt ist. Die Driving Creek Railway schlängelt sich über mehrere Viadukte, Tunnels und Wendepunkte durch dichte Vegetation und eigentlich unwegsames Gelände den Berg hinauf. Kopf rausstrecken verboten! ;-) Der Bau und das Verlegen der Gleise ist auf jeden Fall eine hoch anzuerkennende Leistung. Neben den Gleisen ist außerdem stellenweise die Töpferkunst der Betreiber zu bestaunen. Die Fahrt endet auf dem Eyefull Tower (!) von dem man eine wirkliche gute Aussicht auf die Halbinsel hat und bei klarem Wetter auch das gegenüberliegende Auckland sehen kann.Die weitere Fahrt führte uns noch zur Cathedral Cove, die wir beide schon im Juli (s.o.) besucht hatten. Wir wollen euch hier nicht noch mal mit dem gleichen Bericht langweilen; trotzdem anbei noch ein paar schöne Bilder.Wir haben uns sehr gefreut, Patricks Familie wieder zu sehen und ihnen wenigstens einen Teil unserer Wahlheimat zeigen zu können. Die zwei Wochen vergingen wie im Flug und so fiel der Abschied am Flughafen schwer.In dieser Woche sollte sich aber bereits der nächste Besuch einstellen …